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4 Hindernisse für ein erfülltes Liebesleben

Warum Tantra vor allem für uns Männer so wertvoll ist

In unserer Arbeit erleben wir immer wieder, wie wichtig es ist, eine erfüllte Sexualität zu leben, um eine erfüllte Partnerschaft zu haben. Nur leider reden viele Paare nicht über das Thema Sex, da das Thema mit vielen Blockaden verbunden ist. 

Was fehlt denn eigentlich in unser Sexualität? 

Hier möchte ich meine Erfahrung teilen, was meine Widerstände waren, mich mit dem Thema Tantra und Sexualität zu beschäftigen, wie ich es geschafft habe diese zu überwinden und was die daraus resultierenden Geschenke waren. 

1. Fehlende Aufklärung und falsches Bild von Sexualität

Als Erstes möchte ich auf das falsche Bild von Sexualität eingehen, welches mir im Laufe meiner Jugend vermittelt wurde. Die Hauptquelle, aus der ich damals über Sexualität gelernt und meine sexuelle Erziehung bekommen hatte, waren Pornos. 

Leider entsprechen diese sehr oft nicht der Realität. Eine Sache, die dabei auf der Strecke bleibt, ist das Herz. Wenn Sexualität ohne Herz passiert und aus rein mechanischen Bewegungen besteht, damit ich möglichst schnell abspritze, kann keine wahre Verbindung entstehen. 

Damit eine verbundene Art des Liebesspiels entstehen kann, müssen noch ganz viele Schritte im Vorhinein passieren. 

Ich vergleiche es es gerne mit einem Gärtner, der seine Ernte einfahren möchte. Bevor er zu ernten beginnt, muss er den Boden vorbereiten, die Samen sähen, das Unkraut jäten, die Pflanzen gießen,… erst dann kann die Ernte kommen. 

Ähnlich ist es in unserer Sexualität. Ich hatte damals erwartet, dass wenn ich mit Frauen ins Bett gehe, ich sofort wie in den Pornos performen werde. Dieses war das Bild, welches ich in meinem Kopf hatte, wie es laufen sollte. Natürlich war es eine riesen Enttäuschung, als ich dann merkte, dass es nicht so war und vor allem, dass viele Frauen es gar nicht so wollten. 

Ich hatte aber auch am Anfang keine Anstrengungen gemacht, um  zu verstehen, warum es nicht das war, was Frauen eigentlich wollten. 

Erst als ich mich mit dem Thema Sexualität mehr beschäftigte, habe ich mich selbst und auch das andere Geschlecht besser verstanden.

Im Tantra geht es nicht darum, irgendeinem Bild von einem Pornostar zu entsprechen. Es geht darum, herauszufinden und auf spielerische Weise zu entdecken, wer ich als Liebhaber bin. 

Den/die Partner/ in zu verstehen und wirklich zu spüren. 

Jeder hat andere Vorlieben, eine andere sexuelle Konstitution und auch eine andere Geschichte / Vergangenheit.

Durch Tantra habe ich ein neues Bild bekommen, wie Sexualität sein kann. Ich habe gelernt, mich und Meli wirklich zu spüren, unsere Unterschiede verstanden und sie auch lieben gelernt. Das hat mir unglaublich viel Erfüllung gegeben. 

 2. Fehlendes Bewusstsein

Der zweite Punkt ist mit dem ersten stark verbunden. Oft fehlen uns einfach neue Bilder und Referenzerfahrungen. 

Wir werden von unserem Umfeld und den Medien, die wir konsumieren, sehr stark beeinflusst. 

Diese Medien wollen starke Gefühle in uns auslösen, damit wir ihnen unsere Aufmerksamkeit schenken. Egal ob es Werbung, Nachrichten oder Filme sind. 

In den meisten Liebesfilmen wird gezeigt, wie das Pärchen zusammenkommt, sich verliebt und dann 5 Minuten erfüllenden ekstatischen Sex hat, wobei beide Partner komplett erfüllt sind. 

Diese Art von Sexualität funktioniert in den meisten Fällen nicht. Und doch glauben viele daran, dass es so gehen muss und denken sich dann “Mit mir ist etwas falsch”.

Die Bilder aus den Medien haben einen so starken emotionalen Einfluss auf uns weil wir tief in uns die Sehnsucht danach haben. 

Leider haben die meisten von uns keine gute Aufklärung bekommen, wie guter Sex funktioniert bzw. wie wir dahin kommen können.

Uns fehlen die Erfahrungen und das Bewusstsein, um wirklich zu verstehen, was es für eine erfüllte Sexualität braucht. 

Ich persönlich habe gelernt, dass Sexualität als Erstes in mir, also in meinen Gedanken und Emotionen beginnt. 

Daher gilt es als Erstes auch, mich mit mir selber zu beschäftigen. 

Tantra beschäftigt sich mit der Frage “Wer bin ich?” auch in Bezug auf die eigene Sexualität. 

Wir wollen also weg von den uns auferlegten Bildern kommen, hin zu einem neugierigen Erforschen und Ausprobieren unseres Selbst.

 3. Scham

Ein weiterer Punkt für uns Männer ist Scham in Bezug auf Sexualität.

Was ich damit meine:

Auch hier sind wir gesellschaftlich stark geprägt. Überall in den Medien und in der Werbung sehen wir Bilder und Videos, die auf Sexualität anspielen. “Sex sells” ist ein Sprichwort, welches wahrer denn je ist. 

Wir werden jedoch als Männer oft beschuldigt und beschämt, das wir die ganze Zeit heiß sind und Sex haben wollen. 

Es ist kein Wunder, wenn an jeder Ecke Anspielungen darauf zu sehen sind. Diese Bilder, in denen Nacktheit und Sexualität dargestellt werden, sprechen unseren tiefen Trieb auf Fortpflanzung an. 

Diese Scham entsteht oft schon früh in der Kindheit und wir verurteilen uns im Laufe der Jahre immer mehr für unsere sexuellen Gedanken und Fantasien.

Es liegt in unserer Verantwortung, diese toxische Scham zu hinterfragen und zu heilen, um einen gesunden Zugang zu unserer Sexualität zu finden. 

Es gilt aber auch, diesen Trieb, diese immense sexuelle Energie, die wir in uns haben, zu verstehen, wahrzunehmen, zu zähmen und nutzbar für unser Leben zu machen. 

Vor allem in unserer Partnerschaft dürfen wir lernen, unsere Fantasien mit unserer Partnerin zu teilen und Sexualität als eine Quelle von Freude und Energie zu kultivieren. 

Dafür müssen wir aber wieder die entsprechenden Tools bekommen, wie wir die Energie bewegen können und uns von der Gefangenschaft unseren sexuellen Triebs befreien können. 

All diese Techniken sind durch Tantra erlernbar, denn im Tantra geht es darum, die sexuelle Triebenergie zu verstehen, lenken zu lernen und damit für unser Leben nutzbar zu machen.

4. Angst und Glaubenssätze über Männlichkeit

Ein weiterer Punkt ist das Bild von Männlichkeit, welches wir im Laufe unseren Lebens bekommen haben. 

Männer, die weinen, sind Waschlappen. 

Männer sollten keine Emotionen wie Angst oder Traurigkeit zeigen oder gar alle Emotionen unterdrücken. 

Dies ist ein Bild mit dem viele Jungs aufwachsen. 

Wenn wir jedoch Angst und Trauer unterdrücken, unterdrücken wir Teile unseres Selbst und können dadurch nie ganz wir selbst werden, da wir immer viel Energie aufwenden müssen, um diese Anteile nicht zu spüren oder sie vor anderen zu verstecken. 

Es gab für mich damals eine Menge Widerstände, die gegen ein Tantra Seminar gesprochen haben. Einer der größten Widerstände war Angst. 

Als Mann hatte ich in unserer Gesellschaft gelernt, nie Angst oder Schwäche zu zeigen, immer ein Pokerface zu haben und alles unter Kontrolle zu haben. 

Es war nicht in meiner Natur, mir einzugestehen, dass ich mit dem Thema Sexualität alleine nicht weitergekommen bin. 

Es erfordert viel Mut, sich seine Ängste anzuschauen. 

Um Hilfe zu fragen, habe ich als Schwäche empfunden.

Ich habe gelernt, meine eigenen Probleme selber zu lösen. 

Dazu habe ich mich abgeschottet, dicht gemacht und bin in meine Höhle gegangen. 

Dort bin ich so lange geblieben, bis ich in meinem Kopf die Lösung, bzw. einen Teil der Lösung gefunden hatte. Dabei habe ich meistens die Angst unterdrückt, sie mit Gedanken und auch Verurteilungen mir selbst und anderen gegenüber überspielt. 

Diese Art, mit Angst umzugehen ist nichts Außergewöhnliches. Sehr viele Menschen machen es ähnlich. 

Wenn wir aber die Angst über uns bestimmen lassen, werden wir nie wirklich frei sein. Daher lohnt es sich, unseren Ängsten ins Auge zu blicken und den Mut in uns zu finden, sie zu überwinden. 

Ich hatte früher immer im Kopf “Ich bin mutig wenn ich keine Angst spüre”. 

Heute verstehe ich: Mut ist es, die Angst zu spüren und es trotzdem zu tun.

In meiner Erfahrung überwinden wir die Angst nur, wenn wir sie bewusst angehen und in die Energie des Kriegers gehen. 

Ich durfte in meinem Leben lernen, dass ich an den Stellen, an denen ich selber noch nicht weiter gekommen bin, einfach die Hilfe von Experten brauche. 

Ähnlich ist es, wenn ich ein Haus bauen will. Ich kann mir jahrelang all das Wissen aneignen und alles selber machen. Es gibt aber auch einen leichteren Weg – eine Abkürzung – indem ich mir Experten für jeden Bereich hole. 

Was habe ich also gemacht? 

Ich habe hingeschaut, wo es geschmerzt hat. 

Ich habe das Gefühl des “Nicht gut genug seins” gespürt. 

Ich habe mir eingestanden, das ich selber nicht weitergekommen bin. 

Dadurch konnte ich mich selber mehr spüren und offen für neue Lösungsansätze sein. 

Dadurch hatte ich mehr Bereitschaft zu lernen, konnte mir das Thema anschauen und somit auch heilen.

Generell ist Angst für die meisten Menschen ein unangenehmes Gefühl.

Wir lernen alle im Laufe unseren Lebens gewisse Strategien, wie wir mit Angst umgehen können. 

Wir alle versuchen, Angst zu einem gewissen Maße zu unterdrücken und haben daher Schutzstrategien entwickelt, um sie nicht zu fühlen. 

Schlussendlich kommt es auf uns selbst an. 

Wollen wir unser Leben in Angst leben, immer wieder dieselben Muster wiederholen und nie wirklich Frieden mit uns selbst und unserem Umfeld schließen? 

Oder wollen wir uns unserer Selbst immer bewusster werden? 

Es geht darum zu erkennen, dass Freiheit in uns selbst beginnt.

Dass wir uns jeden Tag entscheiden können, ein Stück bewusster und freier zu werden.

Dass wir die Verantwortung für unser Leben haben und die Heilungsarbeit angehen, die gemacht werden muss. 

Ich für meinen Teil kann nur sagen: Die Arbeit an sich lohnt sich. 

Nicht nur für eine erfüllte Partnerschaft und Sexualität, sondern auch für ein erfülltes Leben in allen Bereichen.

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