Connection vs. Protection - Warum wir uns von dem abhalten wonach wir uns am meisten sehnen: Interview mit Nadine von GODAMA
Du funktionierst. Du schaffst deinen Alltag, triffst Entscheidungen, managt die Familie, rockst deinen Job, bist zuverlässig und wahrscheinlich ziemlich reflektiert.
Nach außen wirkt es stimmig. Und doch ist da dieses Gefühl: Da muss doch noch mehr sein.
Mehr Lebendigkeit.
Mehr Nähe.
Mehr echtes Fühlen.
Mehr Liebe.
Weniger Hamsterrad und Schutzanzug.
Genau mit dieser Erfahrung kommen viele Menschen zu mir oder in unsere Seminare.
Sie haben ihr Leben im Griff – und gleichzeitig das Gefühl, sich selbst irgendwo auf dem Weg verloren zu haben. Es ist nicht so, dass nichts funktioniert. Im Gegenteil.
Aber es fehlt etwas Wesentliches.
Eine richtige Verbindung zu sich selbst.
Ohne Schutzmauer und Körperpanzer.
Was viele nicht wissen: Das, was heute wie eine Blockade wirkt, war ursprünglich eine sehr sinnvolle Lösung.
Hinter Kontrolle, Anpassung und Funktionieren liegt oft etwas anderes verborgen – Emotionen wie Traurigkeit, Wut oder alte Verletzungen, die irgendwann zu intensiv waren.
Unser System hat darauf reagiert, indem es Strategien entwickelt hat, um genau diesen Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen.
So entstehen Schutzmechanismen.
Nur die schützen leider auch vor echter Verbindung, Nähe, ausgelassener Lebensfreude, Abenteuer & sich (anzu)Vertrauen.
Unser Nervensystem kennt dafür verschiedene Reaktionsweisen: Flucht, Kampf, Erstarren oder Anpassen.
Besonders häufig bewegen sich viele Menschen – und gerade Frauen – zwischen innerem Erstarren und Anpassung. Man hält inne, zieht sich innerlich zurück oder richtet sich stark nach außen aus, um Konflikte zu vermeiden. Das hilft kurzfristig, stabil durch den Alltag zu kommen. Doch langfristig hat es den genannten Preis.
Denn diese Strategien schützen nicht nur vor Schmerz.
Sie halten auch genau das fern, wonach wir uns eigentlich sehnen: Nähe, Lebendigkeit, echte Verbindung.
Wir wundern uns, warum wir Liebe oder erfüllte Beziehungen nicht in unser Leben ziehen – und erkennen dabei oft nicht, dass ein Teil in uns genau das verhindert.
Nicht aus Bosheit, sondern aus Schutz.
Ein besonders prägnanter Ausdruck davon ist der innere Kritiker. Diese Stimme, die bewertet, kontrolliert, bremst.
Viele versuchen, sie loszuwerden. Doch in Wahrheit erfüllt sie eine wichtige Funktion.
Sie ist der Wächter, der verhindern will, dass wir erneut verletzt werden. Sie sagt nicht: „Du bist falsch“, sondern eigentlich: „Pass auf, hier könnte es weh tun.“ Und genau deshalb hält sie uns oft auch von den Erfahrungen fern, die wir uns am meisten wünschen.
Der Weg aus diesem inneren Dilemma führt nicht über noch mehr Kontrolle oder darüber, unangenehme Gefühle zu vermeiden. Im Gegenteil.
Er beginnt genau dort, wo wir den Kontakt zu uns selbst wieder aufnehmen.
Echte Veränderung geschieht nicht durch Wegdrücken, sondern durch Hinfühlen.
Und herauszufinden, was das erlernte Muster bzw. der Glaubenssatz hinter dem Phänomen ist.
Denn solange ich hier im Dunklen tappe, solange bin ich geneigt mir eine ähnliche Situation im Leben wieder und wieder zu reinszenieren. Der dritte Partner in Folge, der eigentlich nicht frei ist. Die nächste Partnerin, die mich hintergeht und nicht verlässlich ist.
Zwei Emotionen spielen bei dieser „Musterdurchbrechung“ und dem persönlichen Verarbeitungsweg oft eine zentrale Rolle: Trauer und Wut.
Sie wirken wie Brücken.
Trauer hilft uns, Verluste zu verarbeiten und weich zu werden.
Wut bringt Energie zurück ins System, schafft Klarheit und ermöglicht Abgrenzung.
Beide führen uns aus der Ohnmacht zurück in Selbstermächtigung.
Doch genau diese Emotionen sind bei vielen Menschen blockiert.
Oft zeigt sich das ganz konkret: Man würde gerne weinen, aber es kommt nichts.
Oder man spürt, dass da irgendwo Wut sein müsste, aber sie bleibt unerreichbar.
Das bedeutet nicht, dass diese Gefühle nicht vorhanden sind.
Es zeigt vielmehr, wie gut unser System gelernt hat, sie zu unterdrücken.
Der Zugang zurück zu diesen Emotionen führt nicht primär über den Kopf, sondern über den Körper.
Atmung, Bewegung und Stimme sind dabei zentrale Schlüssel.
Emotionen sind keine rein gedanklichen Prozesse, sondern körperlich gebundene Energie.
Wenn wir beginnen, den Körper wieder einzubeziehen, kommt etwas in Bewegung.
Spannungen lösen sich, Impulse werden spürbar, und das innere Erleben beginnt sich zu öffnen.
Gerade Wut ist für viele Menschen mit Angst verbunden.
Sie wird oft als destruktiv erlebt, als etwas, das Beziehungen gefährdet oder außer Kontrolle geraten könnte.
Doch nicht die Wut selbst ist das Problem, sondern der fehlende Umgang mit ihr.
Unterdrückte Wut richtet sich häufig gegen uns selbst und zeigt sich in Form von innerer Enge, Selbstzweifeln oder Erschöpfung.
Im schlimmeren Fall psychosomatisch sogar in Autoimmunerkarnkungen,
Wenn wir lernen, unsere Wut bewusst wahrzunehmen und ihr einen regulierten Ausdruck zu geben, verändert sich ihre Qualität. Sie wird zu Kraft, zu Klarheit, zu einer gesunden Form der Selbstbehauptung.
In vielen spirituellen Kontexten wird oft davon gesprochen, die Vergangenheit loszulassen und zu vergeben.
Das klingt einfach, greift aber häufig zu kurz.
Denn wir können nichts wirklich loslassen, was wir nie gefühlt haben.
Unverarbeitete Emotionen bleiben im System gespeichert – unabhängig davon, wie sehr wir versuchen, sie mental zu überwinden.
Heilung bedeutet daher nicht, etwas zu überspringen, sondern es bewusst zu durchleben, in einem sicheren Rahmen und mit neuen Erfahrungen, die unser Nervensystem integrieren kann.
Der Weg zurück in die Lebendigkeit beginnt genau an diesem Punkt.
Nicht indem wir uns noch mehr anstrengen, sondern indem wir beginnen zu verstehen, warum wir so geworden sind, wie wir sind.
Indem wir unsere Schutzstrategien nicht länger bekämpfen, sondern sie als das erkennen, was sie sind: ein Versuch, uns zu schützen.
Und indem wir Schritt für Schritt den Mut entwickeln, wieder in Kontakt zu gehen – mit unserem Körper, unseren Emotionen und letztlich auch mit anderen Menschen.
In unserem Podcast sprechen wir genau darüber noch einmal ausführlicher.
Wir tauchen tiefer ein in die Frage, wie diese Schutzmechanismen entstehen, warum sie gerade in Beziehungen so wirksam sind und wie ein konkreter Weg zurück in mehr Lebendigkeit aussehen kann.
Wenn dich diese Themen berühren, lohnt es sich, dort hineinzuhören und die Zusammenhänge noch tiefer zu verstehen.
Wenn du merkst, dass du nicht nur verstehen, sondern wirklich etwas verändern möchtest, braucht es oft mehr als Worte. Es braucht Räume, in denen neue Erfahrungen möglich sind. Genau dafür gibt es unsere Formate.
Die nächste Heldenreise vom 8. bis 13. Juni 2026 in der Nähe von Augsburg ist ein sehr intensiver, tief transformativer Prozess, in dem du deinen eigenen Mustern begegnest, deine inneren Kontrollanteile (wir nennen es dort Dämonen) besser verstehst und neue Handlungsspielräume entwickelst um deine Lebensenergie zurückzugewinnen und deinen inneren Helden (deine tiefsten Sehnsüchte) zu befreien. Mehr dazu findest du hier: https://www.godama.de/
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Eine therapeutische Einzelbegleitung ist auch möglich, hier kannst du tief in deine eigenen Themen eintauchen und diese bewusst befrieden, dich selbst ermächtigen und Altes loslassen, das dich bremst und das du nun nicht mehr benötigst. Infos gibt es unter: https://www.godama.de/
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem du nicht länger nur funktionierst, sondern beginnst, wieder zu fühlen. Nicht perfekt, nicht von heute auf morgen, aber ehrlich und Schritt für Schritt.
Wenn Du uns erst noch besser kennenlernen und schonmal ein Gespür für unsere Arbeit bekommen möchtest, bist Du herzlich eingeladen am 14.04.26 zum kostenlosen online Schnupperabend für Frauen mit dabei zu sein: https://www.reconnectprem.com/online-schnupperabend-fur-frauen/