Kommunikation im Bett

Kommunikation im Bett 

Schatz, wir müssen reden…

Was löst dieser Satz in Dir aus?

Vielleicht Reaktionen wie…

Oh nein, nicht schon wieder!

Oh Gott, was hab ich jetzt schon wieder falsch gemacht?!?

Wie komm ich aus der Nummer wieder raus…?

Oder ehrliches Interesse? Neugier? 

Vielleicht sogar Vorfreude auf ein tiefes Gespräch, dass Euch beiden hilft, einander besser zu verstehen?!?

Heute wollen wir uns das Thema Kommunikation – und insbesondere die Kommunikation im Bett – mal genauer anschauen… 

Warum es so wichtig ist, offen über Sex zu sprechen und wie man das Ganze etwas entspannter und natürlicher angeht…

MELI: Damian, was würdest du sagen - warum fällt es vielen Paaren so schwer, offen über Sex zu sprechen?

DAMIAN:

Nun, ich schätze, vielen Menschen fällt es schon schwer, allgemein offen zu kommunizieren – auch über Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte.

Die meisten von uns haben große Angst vor Verletzlichkeit und Ablehnung.

Als Kinder haben wir oft erlebt, dass unser authentischer Selbstausdruck, unsere Emotionen, unsere Wünsche etc. nicht gehört oder nicht ernst genommen wurden.

Und das hat weh getan…

Daher haben wir gelernt, besser die Klappe zu halten und lieber über Daten und Fakten zu sprechen – ohne zu viel von uns zu zeigen.

Darüber hinaus haben die meisten von uns ziemlich große Hemmungen  in Bezug auf Sex.

Allein durch das Beobachten der Reaktionen anderer – und vor allem unserer eigenen Eltern – erfahren wir: Das scheint ein Tabu zu sein, niemand spricht darüber. Leute werden rot oder still, wenn das Thema Sex auftaucht und zeigen ganz deutliche Anzeichen von Unbehagen.

Wir nehmen diese Dinge unbewusst auf und ahmen sie nach.

Meistens meiden wir dann als Erwachsene ebenfalls alle Gespräche, die mit Sex, Emotionen und Verletzlichkeit zu tun haben.

DAMIAN: Aber vielleicht kannst du auch ein bisschen von deiner eigenen Reise erzählen, Meli… Wie war es für dich persönlich? Hast du immer so offen über Sex gesprochen wie jetzt??

MELI:

Nein, überhaupt nicht. Ich war immer irgendwie interessiert und neugierig auf das Thema, aber auch beschämt und still.

Vor 10 Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich eines Tages in einem öffentlichen Podcast über Sex sprechen würde 😉

Und auch im Bett fiel es mir sehr schwer zu teilen, was ich will.

Zumal ich selbst nicht genau wusste, was ich wirklich brauche.

Ich habe Sex nicht wirklich genossen, konnte aber nicht genau sagen, was das Problem war.

Zuerst habe ich mich dazu gepusht, zu performen und – zumindest – meinen Mann zu befriedigen. Später fand ich Ausreden dafür, überhaupt keinen Sex zu haben.

Ich sprach nicht darüber, weil ich mich geschämt habe. Ich dachte, mit mir stimmt etwas nicht, aber ich hatte keine Ahnung, was ich stattdessen brauche…

DAMIAN’S PERSPEKTIVE:

Ja, für mich war das auch eine schwere Zeit.

Ich wollte verstehen, was das Problem war, aber Meli hat nicht darüber gesprochen

Aufgrund der ständigen Zurückweisung war auch ich irgendwann ziemlich verunsichert und das Thema ist immer schwerer und belastender geworden.

Ohne offene Kommunikation wusste ich auch nicht, wie ich das Problem lösen kann.

Ich initiierte weniger und wurde immer frustrierter über die Situation.

MELI:

Wenn ich heute darüber nachdenke, denke ich, dass das Hauptproblem meine eigene Scham in Bezug auf das Thema war.

Ich hatte bis dahin mit niemandem wirklich offen über Sex gesprochen und hab immer noch gedacht, dass das, was ich in den Medien und in Liebesfilmen (von denen ich ziemlich viel geschaut habe…) sehe, normal ist.

Und im Umkehrschluss, dass etwas mit mir nicht stimmt, wenn ich Sex nicht so genießen kann, wie vermeintlich alle anderen…

DAMIAN: Was hat dir geholfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen und erstmals offen darüber zu sprechen?

MELI:

Was wirklich hilfreich und heilsam war, war die sichere Umgebung in den Tantra-Kursen, die wir besucht haben – in denen viele andere Menschen offen über ihre Herausforderungen und Probleme in Bezug auf Sexualität gesprochen haben.

So habe ich gelernt, dass das, was in den Medien gezeigt wurde, definitiv NICHT das ist, was im wirklichen Leben in den Schlafzimmern der meisten Menschen geschieht.

Als ich gehört habe, wie andere Frauen über die gleichen Herausforderungen gesprochen haben, mit denen ich ebenfalls konfrontiert war, gab mir das auch den nötigen Mut, mich ebenfalls zu öffnen.

Ich hab gelernt zu verstehen, WARUM ich regluären Sex nicht wirklich genieße.

Und Ich habe gelernt, was ich stattdessen brauche – (und zwar tantrischen Sex ;-))

In den Tantra Kursen habe ich super viel über meinen eigenen Körper, meine eigene Anatomie und meine eigene Lust gelernt – und das hat mir wiederum geholfen, das, was ich brauche und mir wünsche, auch mit meinem Partner zu teilen…

Und das sehen wir auch regelmäßig in unseren eigenen Kursen.

Einen sicheren Raum zu kreieren, in dem jeder eingeladen ist offen und ehrlich über Sex zu sprechen, ist unglaublich heilsam für alle Teilnehmer – und besonders für diejenigen, die viel mit Scham in Bezug auf dieses Thema zu kämpfen haben.

Einer unserer Teilnehmer hat dazu geschrieben:

Allein der Raum, den ihr schafft, ist schon so wertvoll, wo das Thema Sexualität da sein darf, wo einfach darüber gesprochen wird, und das mit Leichtigkeit, mit Natürlichkeit und mit Humor. So respektvoll, so unaufgeregt und unspektakulär. Ohne Anzüglichkeit und Anrüchigkeit. Ich kann das noch gar nicht richtig glauben. So selbstverständlich wir ihr es macht, so wenig selbstverständlich ist es für mich

Und natürlich muss es nicht immer der Tantrakurs sein, aber auch mit engen Freunde oder in einer Frauen-/ Männergruppe offen über Sex zu sprechen, kann ebenfalls helfen, einen realistischeren Blick auf das Thema zu bekommen und die eigenen Hemmungen und Scham abzubauen.

MELI: Aber was würdest du sagen, Damian, was Paaren helfen würde, um eine offene und ehrliche Kommunikation im Bett aufzubauen?

DAMIAN

Zunächst einmal finde ich es wichtig zu lernen, wie man einen sicheren Raum schafft und generell offen über sensible Themen kommuniziert.

Viele Menschen haben nie gelernt, wie man das macht … und haben dann große Schwierigkeiten in ihrer Beziehung.

Ein Ansatzpunkt könnte sein, zunächst die eigenen Unsicherheiten rund um das Thema anzusprechen.

Sprecht darüber, wie unangenehm es euch ist, eure eigenen Wünsche und Herausforderungen im Schlafzimmer zu teilen.

Das allein hilft schon dabei, Verbindung und Vertrauen zu schaffen.

Und es wird Deinen Partner wissen lassen, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für dumme Witze ist.

Als Partner kannst Du am Besten einfach den „Raum halten“ und Deine ungeteilte Aufmerksamkeit und Präsenz in das Gespräch einbringen.

Ermutige deinen Partner, seine oder ihre Wahrheit auszusprechen, indem du offen, einfühlsam und verständnisvoll bist.

Wenn du dir nicht ganz sicher bist, wie das geht, werden wir in der nächsten Folge und in unserer kostenlosen Masterclass zum Thema Kommunikation am 1. November ausführlicher darüber sprechen.

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MELI

Ein weiterer Aspekt, der für mich sehr hilfreich war, war das richtige Vokabular zu finden

Immer wenn ich über Genitalien sprechen musste, hat mich das irgendwie nervös gemacht, weil ich nicht wusste, wie ich sie nennen sollte…

Die medizinischen Begriffe fühlten sich seltsam und zu förmlich für das Schlafzimmer an, aber all die anderen umgangssprachlichen Begriffe haben irgendwie alle eine negative Konnotation – und werden auch verwendet, um andere zu beschimpfen oder zu beleidigen …

Heutzutage verwende ich sehr gerne die tantrischen Wörter aus dem Sanskrit – Yoni für die weiblichen und Lingam für die männlichen Genitalien…

Yoni und Lingam stellen die Quelle der Schöpfung allen Lebens dar. 

Das Symbol ist in vielen indischen Tempeln zu finden, es wird als heilig angesehen, verehrt und darauf meditiert. 

Das Ziel dieser spirituellen Praxis ist, die Dualität zu überwinden, einen Zustand der Einheit zu erreichen und eins zu werden – so wie es während des Liebemachens geschieht.

Ich liebe dieses Bild und die Reinheit, Schönheit und Verehrungswürdigkeit, die mit diesen Worten verbunden sind. Und das macht es gleichzeitig für mich viel einfacher, offen darüber zu sprechen.

DAMIAN:

Was ich auch als große Herausforderung für viele unserer Teilnehmer sehe, ist es, auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse einzugehen, ohne den Partner zu verletzen.

Viele Menschen nehmen den leisesten Anflug von Kritik – insbesondere an ihrer Sexualität – sehr persönlich.

Und das tut ziemlich weh, weil wir beim Sex so offen und verletzlich sind.

Wenn jemand schonmal die Erfahrung gemacht hat, dass aufgrund des eigenen Feedbacks oder authentischen Selbstausdrucks schmerzhafte Kritik zurückkam oder der Partner “dicht gemacht hat”, vermeiden es viele Menschen, das Thema jemals wieder anzusprechen.

Meli, was würdest du in diesem Fall empfehlen?

MELI:

Bevor ich antworte, möchte ich lieber eine Frage an Euch alle stellen, die ihr diesen Artikel lest.

Natürlich wollen wir unseren Partner nicht verletzen… und wir wollen auch selbst nicht verletzt werden…

Aber möchtest Du lieber, dass Dein Partner etwas erträgt, was er oder sie nicht wirklich genießt??

Möchtest Du lieber, dass Dein Partner irgendwann gar keinen Sex mehr will, weil er/sie nicht bekommt, was er/sie braucht?

Möchtest Du selbst lieber auf die Erfüllung Deiner eigenen Wünsche und Bedürfnisse verzichten?

Was meinst Du, was auf Dauer schmerzhafter ist???

Heute ehrliches Feedback erhalten und riskieren, dass Dein Ego für einen Tag angekratzt ist?

Oder dass der Partner lieber nichts sagt, sich der Groll über Jahre hinweg aufbaut und Du dann irgendwann – in einem hässlichen Streit – all die Dinge an den Kopf geworfen bekommst, die Du in der Vergangenheit falsch gemacht hast??

Ich will Dir damit keine Angst machen.

Ich möchte Dich nur auf die langfristigen Auswirkungen unserer Entscheidungen aufmerksam machen.

Wir sehen oft nur das unangenehme Gespräch direkt vor uns – und versuchen es zu vermeiden – ist ja klar… wir sind alle nur Menschen.

Aber sobald wir uns die Bedeutung dieses Gesprächs bewusst machen und all die negativen Auswirkungen, wenn wir es vermeiden, könnte die Motivation höher sein, sich darauf einzulassen – selbst wenn wir uns dabei unwohl fühlen.

DAMIAN

Dem stimme ich vollkommen zu.

Wenn Meli sagt, dass es ihr nicht gefällt, wie ich sie beim Sex berühre – autsch – dann tut das natürlich erstmal weh, aber dann kann ich mich entsprechend anpassen und sie wirklich glücklich machen.

Aber als ich in der Vergangenheit manchmal nach 3 Jahren Beziehung Dinge gehört habe, die sie noch nie wirklich genossen hatte, dann war das WIRKLICH schmerzhaft… und ich hab mich gefragt: „Warum hast du mir das nicht vorher gesagt???“

MELI

Sorry 😉 Ja, das war wieder die eigene Scham, die mir da im Weg stand…

Anderes Thema… Nun, da Du weißt, wie entscheidend es ist, direkt zu kommunizieren und Feedback zu geben, möchte ich auch darauf aufbauen, WIE man Feedback gibt.

Ich meine, es gibt da draußen tausend verschiedene Modelle und Feedback-Regeln, aber das Wichtigste, worüber ich sprechen möchte, ist, das Feedback konstruktiv zu gestalten.

Sprich nicht darüber, was Du NICHT willst, sondern teile Deinem Partner mit, was genau Du Dir stattdessen wünschst – und noch besser: Füge hinzu, welche Art von Wirkung dies auf dich haben hätte.

Als Damian angefangen hat zu lernen, wie man Yoni-Massagen gibt (was für mich emotional sehr schwierig war), hab ich ihm die ganze Zeit gesagt:

„Nein, nicht so“

„Hör auf, das tut weh“

“Du bist viel zu schnell”

Er verdient bis heute immer noch meinen größten Respekt, dass er das ganze Projekt zu diesem Zeitpunkt nicht aufgegeben hat.

DAMIAN

Ja, das war sicher nicht immer einfach.

Aber andererseits konnte ich sehen, dass ein Großteil der Frustration, die Meli an mir ausgelassen hat, hauptsächlich auf ihre eigenen inneren Prozesse zurückzuführen war, ihre eigene Frustration über ihren Körper, der nicht so reagierte, wie sie wollte, alter Schmerz und gespeicherte Blockaden in ihrer Yoni etc.

Also habe ich versucht, mich darauf zu konzentrieren, einfach nur zu dienen und ihre Kritik nicht zu persönlich zu nehmen (außer das zu schnell zu sein – das ist definitiv mein Thema 😉 )

Aber im Laufe der Zeit hat sie wirklich gelernt, sich nicht mehr zu beschweren und stattdessen zu sagen, was sie sich genau von mir wünscht. Und das hatte natürlich einen super starken Einfluss auf meine Motivation.

MELI

Ich hoffe es… ich habe mir wirklich Mühe gegeben 😉

Anstatt zu meckern, „du bist zu schnell”, hab ich es in Form einer Bitte formuliert: „Kannst du mich bitte etwas langsamer berühren? Dann kann ich mich besser entspannen und spüre mehr von dem Kribbeln und den schönen Empfindungen, die Deine Berührung in mir auslöst.“

Und wenn er sich wirklich Mühe gibt, langsamer zu werden (und ich weiß, wie schwer ihm das fällt ;-), versuche ich das direkt mitzubekommen und zu bestärken: „Ja, genau so, danke… uhhh, da laufen mir Schauer durch den ganzen Körper”

Merkst du, was das für einen Unterschied macht, im Gegensatz zu: „du bist schon wieder zu schnell“?!?

DAMIAN

Und der letzte Punkt, der für mich wirklich hilfreich war, war es von Meli zu hören, was sie beim Liebesspiel innerlich erlebt.

Was in ihrem Körper vorgeht.

Was emotional passiert.

Was in ihrem Kopf vorgeht.

Das hat mir sehr geholfen, mehr Empathie und Verständnis für sie und die Prozesse, die sie durchgemacht hat, zu entwickeln und es hat es mir leichter gemacht, ihr die Unterstützung geben, die sie brauchte.

MELI

Wofür ich immer noch super dankbar bin.

Ohne Damians Unterstützung und Empathie hätte ich niemals all die Heilung und Transformation erfahren, die ich in meiner Sexualität erleben durfte.

Und das wiederum war nur möglich, weil ich den Mut hatte, all die verwirrenden Gedanken, die komischen Empfindungen, den Schmerz, die Angst, die Unsicherheiten zu teilen…

Aber auch all den Genuss, die Freude, die neuen Einsichten, die tiefen Erkenntnisse und die Ekstase, die ich in mir erleben durfte…

Daher möchte ich Euch alle bestärken, den Mut aufzubringen, Euch in der Beziehung wirklich zu zeigen.

Ehrlich miteinander zu sein.

Eure tiefsten Wünsche zu teilen.

Das Risiko einzugehen, heute möglicherweise verletzt zu werden, um in der Zukunft tiefe Verbundenheit und Erfüllung zu erleben.

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