Kommunikation in der Beziehung

Kommunikation in der Beziehung

3 Tipps für eine Kommunikation in der Beziehung, die mehr Nähe und Verbindung schafft

In der intensiven Arbeit mit Paaren erleben wir es immer wieder, dass es viele Aspekte gibt, die für eine erfüllte Partnerschaft und Sexualität wichtig sind. 

Doch ein Aspekt, der besonders relevant ist, ist die Kommunikation in der Beziehung. 

Sowohl im Bett, als auch außerhalb. 

Kommunikation in der Beziehung ist der Grundstein für Verbindung.

Durch eine offene Kommunikation zeigen wir unserem Partner unsere Innenwelt. 

Die schönen Aspekte, die wir an uns mögen, aber auch die, für die wir uns verurteilen. 

Eine gesunde Kommunikation hilft uns, Verständnis und Nähe aufzubauen, und ist somit oft auch der erste Schritt in Richtung Intimität. 

Kommunikation in der Beziehung kann aber oft auch eine Herausforderung und der Grund dafür sein, warum wir disconnected und genervt voneinander sind. 

Wenn wir im Alltag oft getriggert sind und die Kommunikation nicht funktioniert, kann das zu vielen Konflikten führen. Daher ist es wichtig, seine Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken.

Intimität startet mit der Kommunikation

Viele Paare sehnen sich nach mehr Leidenschaft in der Partnerschaft und auch im Bett. Viele verstehen aber nicht, dass in einer langjährigen monogamen Beziehung das Vorspiel für das nächste Liebemachen direkt nach dem Akt wieder startet. 

Die Kommunikation in der Beziehung spielt dabei eine essentielle Rolle. Jeglicher Kontakt mit dem Partner kann die Leidenschaft und die Tiefe in unser Beziehung stärken, oder uns auch noch mehr voneinander distanzieren. 

Die meisten Menschen machen sich keine Gedanken darüber, wie sie kommunizieren. Sie handeln und sprechen so, wie sie es meist von den eigenen Eltern gelernt haben, und werden dabei von unbewussten Mustern gesteuert. 

Daher ist der erste Schritt für mehr Verbindung und Intimität, Bewusstsein für die aktuellen Muster und ungesunden Gewohnheiten zu entwickeln. Denn nur dann ist auch Veränderung möglich

Eine wertschätzende Kommunikation in der Beziehung, die Nähe schafft, ist definitiv erlernbar. 

Wir alle haben die Möglichkeiten uns die Kommunikation in der Partnerschaft so zu gestalten, dass sie uns und auch unserem Partner gut tut und uns miteinander verbindet.

Wenn wir dann eine Art der Kommunikation gefunden haben, wo wir uns beide fallen lassen können, uns sicher fühlen, wir über alles offen und ehrlich kommunizieren können und sogar die Leidenschaft dadurch auch immer mehr entfacht wird, hilft das auch uns immer tiefer kennenzulernen und die Verbindung immer weiter zu stärken.

Herausforderungen in der Kommunikation in unseren Beziehungen

In der Arbeit mit Paaren merke ich immer wieder, wie oft in Partnerschaften aneinander vorbei geredet wird. 

Jeder Mensch und auch jedes Paar hat in diesem Bereich seine eigenen Gewohnheiten und Dynamiken. 

Am schwierigsten ist es natürlich, wenn es um ein Thema geht, das einen oder beide Partner extrem triggert. 

Wenn wir in diesen Momenten nicht achtsam sind, können unsere Emotionen und automatische Schutzstrategien schnell das Steuer übernehmen. 

Dies sind die Momente, in denen wir uns danach über uns selber oder den Partner ärgern… über das, was wir gesagt oder gemacht haben. 

Dabei ist es wichtig sich immer wieder daran zu erinnern, dass diese Gewohnheiten und Muster nicht aus böser Absicht passieren. 

Sie hatten einmal eine wichtige Schutzfunktion. Und leisten uns in gewissen Situationen (in denen es das Gegenüber vielleicht nicht immer nur gut mit uns meint) immer noch gute Dienste.

In der Partnerschaft führen sie allerdings zu Trennung – statt zu dem gewünschten liebevollen Miteinander.

Wir dissoziieren uns, gehen aus der Verbindung, kritisieren den Partner, greifen an, fahren unsere Schutzmauern hoch, verteidigen uns oder ziehen uns zurück und gehen komplett aus der Verbindung. 

Eine häufige Dynamik, die ich bei Paaren in Streitsituation sehe, besteht darin, dass einer wütend und immer lauter wird, der andere aber komplett dicht macht und sich zurückzieht. 

Gut zu sehen ist hier, dass für Verbindung gekämpft wird. 

Derjenige der seinen Unmut zum Ausdruck bringt, hofft auf eine emotionale Reaktion des Partners. Übersetzt bedeutet sein Aufruf: „Mir geht es gerade nicht gut mit der Situation. Ich wünsche mir Verbindung mit Dir. Ich möchte das Problem gerne gemeinsam aus der Welt schaffen.“ 

Der andere, der sich zurück zieht fühlt sich durch die Wut jedoch meist nur angegriffen und kann daher nicht auf den Appell reagieren. 

Seine Reaktion schützt ihn vor Verletzung.

Er macht dicht, geht aus dem Kontakt und wird still. 

Das provoziert jedoch den anderen nur dazu, noch lauter zu werden.

Dies endet oft in einem Teufelskreis, in dem beide Muster sich immer weiter verstärken. 

In unserer Kommunikation waren wir auch lange Zeit in so einem Muster gefangen.

Bei einem Trigger von der Meli habe ich mich oft zurückgezogen und bin in meine „Höhle“ gegangen. 

Ich habe jeglichen Kontakt abgebrochen und war emotional abwesend. 

Das hat Meli wiederum in den Wahnsinn getrieben. 

Das hat sich meist so lange verstärkt, bis Meli so verzweifelt war, dass sie in Tränen ausgebrochen ist. 

Durch ihre Traurigkeit konnte ich dann aber auch wieder weicher werden und in die Rolle des „Retters“ gehen. 

Dieses Muster hat sich so lange immer wieder wiederholt, bis wir irgendwann darüber geredet haben, Bewusstsein rein gebracht haben und es dann auch transformieren konnten. 

Bei mir lag der Prozess darin zu erkennen, wann ich den Impuls habe „dicht“ zu machen, und mich bewusst zu entscheiden nicht in die Trennung zu gehen.

Indem ich mit Meli im Kontakt geblieben bin und meinen Prozess mit ihr geteilt habe, gab es keine Trennung mehr, so wie es früher der Fall war. 

Die Verbindung konnte bestehen bleiben, Meli war erleichtert von mir zu hören und wir konnten die Dinge viel schneller aus der Welt schaffen. 

Weitere Muster bei Paaren können so aussehen, dass beide Partner sich angreifen, oder beide sich zurückziehen.

Die Herausforderung dabei ist, dass kein Verständnis zwischen den beiden entstehen kann. 

Beide sind so in ihren Mustern gefangen, in ihrem eigenen Schmerz und ihren Schutzstrategien, dass sie nicht fähig sind, den anderen zu sehen. 

In diesen Dynamiken können beide sich nicht wirklich hören, sich nicht sehen und kein Verständnis füreinander entwickeln. 

Leider haben die meisten von uns nie gelernt, wirklich verständnisvoll zu kommunizieren. 

Wir können im Laufe unseren Lebens entweder positive oder auch negative Kommunikationsgewohnheiten von unseren Bezugspersonen gelernt haben. 

Die Gewohnheiten, die wir gelernt haben, kommen meistens aus unser Kindheit. 

Es sind Muster, die wir unbewusst übernommen haben, da sie uns Tag für Tag vorgelebt wurden. 

Wenn wir uns also dabei erwischen den Partner zu kritisieren, zu beschämen, oder uns zu verteidigen und in den Rückzug zu gehen, dann wissen wir, dass da ein Muster aktiv ist, dass uns davon abbringt in die Verbindung und ins Verständnis zu gehen. 

Sobald sich beide der Dynamik bewusst sind, gilt es diese auch in Streitsituationen zu erkennen und zu durchbrechen. Um sich dann für einen anderen Weg zu entscheiden.

Bei sehr tief sitzenden Mustern kann es auch hilfreich sein, sich in dem Prozess der Bewusstwerdung und Transformation dieser Gewohnheiten auch professionelle Unterstützung in Form von Paartherapie oder Paarcoaching zu holen.

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Konkrete Tipps, damit die Kommunikation in der Beziehung gelingt

1. Einen sicheren Raum schaffen durch Verletzlichkeit

Im ersten Schritt geht es darum, gemeinsam einen Raum zu schaffen, in dem beide sich sicher fühlen. 

Dieser Raum wird durch eine Haltung von Respekt, Ruhe und Neugierde geschaffen.

Es geht darum, das Gesagte nicht zu persönlich zu nehmen.

Es geht darum, mit dem Schmerz auch mal sein zu können ohne sofort zurückschlagen zu müssen, also nicht in den Rückzug oder Gegenangriff zu gehen. 

Es geht darum, keine Urteile über das Gesagte zu fällen, sondern einen Raum zu schaffen, in dem alles da sein darf. 

Oft hilft es sich immer mal wieder daran zu erinnern, dass wir doch eigentlich im gleichen „Team“ sind und nicht gegeneinander kämpfen…

… dass wir doch eigentlich das gleiche Ziel haben und uns beide nach Liebe, Verbundenheit und einer glücklichen Partnerschaft sehnen. 

… dass wir uns doch eigentlich lieben und nur das Besten für den Partner wollen (auch wenn das manchmal nicht ganz so erkennbar ist 😉

Und eines der kraftvollsten Tools für Verbindung, Vertrauen und Sicherheit, liegt tatsächlich in der eigenen Verletzlichkeit.

Dabei geht es darum die verletzlicheren Emotionen hinter der Wut, dem Trotz oder der emotionalen Kälte und Distanz zu erkennen und zu teilen.

Statt den Partner zu beschimpfen, weil er den Müll schon wieder nicht rausgebracht hat oder „ja auch mal was“ im Haushalt tun könnte, kann ich teilen, dass mit Kind und Job gerade ziemlich überfordert bin, mich müde und erschöpft fühle und gerade nicht die Kraft habe, mich auch noch allein um den Haushalt zu kümmern.

Statt den Partner zu kritisieren, weil er ständig Sex will und nie genug bekommen kann, kann ich teilen wie frustriert und verzweifelt ich über meine eigene Lustlosigkeit bin und wie ich mir mit all meinen Gedanken und Selbstzweifeln selbst im Weg stehe. Und wie sehr ich mir wünschen würde die gemeinsame Intimität auch zu genießen.

Wenn es mir gelingt mich mit diesen tieferen Gefühlen zu zeigen und den Mut habe meine eigene Verletzlichkeit zuzulassen, dann ist es auch für den Partner meist viel leichter auf mich zuzugehen und sich ebenfalls zu öffnen.

2. Wirklich Zuhören und dem Partner meine volle Aufmerksamkeit schenken

Der zweite wichtige Punkt ist es dem Partner wirklich zuzuhören. 

Oft passiert es, dass wir im Gespräch mit dem Partner nicht mit unser ganzen Präsenz da sind, sondern vielleicht mit uns selbst oder anderen Gedanken beschäftigt sind. 

Dies kann auch eine Schutzstrategie sein, um sich nicht mit dem Thema zu beschäftigen, das gerade angesprochen wird. 

Wenn wir nicht zuhören, signalisieren wir dem Partner, das uns das, was gesagt wird, nicht wichtig ist, was beim Gegenüber oftmals auch alte Wunden aus der Kindheit verstärken kann.

Um tiefe Verbindung zu schaffen, ist es dagegen wichtig im Gespräch… 

… wirklich präsent zu sein und dem Partner die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

… ihn aussprechen lassen und neugierig sein auf das, was dieser gerade teilen möchte. 

… versuchen zu verstehen, wie die Innenwelt des Partners gerade aussieht.

… den guten Grund zu sehen, warum er gerade so denkt und vielleicht sogar Empathie und Mitgefühl zu haben für seine Prozesse. 

Hier lohnt es sich auch getrennte Redezeiten einzuführen, damit wirklich alles gesagt werden kann, ohne das man selbst in die Versuchung kommt, sofort mit „ja, aber“ einzuhaken und den eigenen Senf dazu zu geben.

Wenn wir dann noch in eigenen Worten wiederholen und zusammenfassen können, was der Partner gesagt hat, kann dieser sich wirklich gehört und verstanden fühlen, oder mögliche Missverständnisse direkt aus der Welt schaffen. 

3. Über eigene Wünsche und Bedürfnisse sprechen statt den Partner zu kritisieren

Vielleicht hast Du schonmal etwas von den berühmten „Ich-Botschaften“ gehört.

Dabei geht es darum nicht zu schimpfen, was alles mit dem Partner nicht stimmt und was er vermeintlich alles falsch macht, sondern stattdessen über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen.

Ein bißchen haben wir das schon beim Thema Verletzlichkeit angeschnitten.

Es ist oft so viel einfacher zu jammern, was in der Beziehung und Sexualität gerade alles falsch läuft, anstatt klar zu formulieren, was wir uns denn stattdessen wünschen.

Oft ist es klar, dass die Berührung sich so nicht gut anfühlt oder das Vorspiel keine große Lust in mir weckt, aber was der Partner anders machen soll? Keine Ahnung!

An der Stelle gilt es genau hinzuschauen und (gemeinsam) zu forschen. 

Was ist es denn, was ich mir eigentlich wünsche oder was ich wirklich brauche???

Wenn der Fokus darauf liegt, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu identifizieren und zu kommunizieren, erhöht das nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass beide diese Wünsche auch wirklich erfüllt bekommen, sondern hilft auch dabei, sich selbst und den Partner besser kennen zu lernen.

Ein letzter Punkt, der mir an der Stelle noch wichtig ist, ist die Unterscheidung zwischen Wunsch und Forderung.

Der Unterschied liegt viel weniger in der Formulierung (auch Forderungen können in Watte gepackt werden), als vielmehr in der inneren Haltung.

Wenn ich einen Wunsch formuliere und mein Partner ihn mir erfüllt, bin ich meistens dankbar und kann diese Dankbarkeit auch zum Ausdruck bringen.

Wenn mein Partner mir den Wunsch gerade nicht erfüllen kann oder mag, dann ist das auch in Ordnung.

Wenn ich jedoch eine Forderung ausspreche und mein Partner sie nicht erfüllt, dann ärgere ich mich, fange an ihn zu kritisieren, zu pushen, zu manipulieren oder mich beleidigt zurück zu ziehen.

Wenn mein Partner mir die Forderung erfüllt, sehe ich das als Selbstverständlichkeit, der ich weiter keine Beachtung schenken brauche.

Wünsche führen in der Regel zu mehr Verbindung in der Partnerschaft.

Forderungen dagegen führen meist nur zu mehr Distanz.

Die meisten Menschen lieben es ihren Partner zu beschenken und seine oder ihre Wünsche zu erfüllen. Aber nur wenige haben Freude daran Forderungen nachzukommen.

Daher macht die innere Haltung einen großen Unterschied und es lohnt sich immer zu hinterfragen von welchem Standpunkt aus ich meinen Partner gerade um etwas bitte…

Wenn Du Dir also mehr Verbindung in der Partnerschaft wünschst und die Kommunikation in der Beziehung verbessern möchtest, geht es darum…

  • Bewusstsein zu schaffen für die bestehenden Muster und Gewohnheiten, um diese Stück für Stück zu verändern 
  • Immer wieder darauf zu achten einen sicheren Rahmen zu kreieren, in dem beide das Gefühl haben, dass sie sich öffnen und verletzlich zeigen können
  • Dem Partner im Gespräch die volle Aufmerksamkeit zu schenken und wirklich zuzuhören
  • Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen und dem Partner gleichzeitig die volle Freiheit zu lassen, ob er sie erfüllen möchte oder nicht

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