Sexuelle Fantasien

Sexuelle Fantasien

Sexuelle Fantasien, ein wohl gehütetes Geheimnis oder Inspiration für die Partnerschaft?

Was hast Du für geheime sexuelle Fantasien?

Was stellst Du Dir vor, wenn Du Dich selbst befriedigst?

Weiß Dein Partner davon?

Wenn diese Fragen in Dir Angst und Scham auslösen oder ein ganz klares „No way…!“ bist Du nicht allein.

Obwohl fast alle Menschen sexuelle Fantasien haben, wollen die wenigsten offen darüber sprechen.

Die Fantasien, die am weitesten verbreitet sind, sind:

  • Dominanz und Unterwerfung
  • Sex zu dritt oder mehr
  • Sex an einem öffentlichen Ort / in der Natur 
  • Sex mit einem Fremden / jemand anders als dem Partner
  • Von anderen beobachtet werden
  • Rollenspiele
  • Analsex

Meistens sind unsere sexuellen Fantasien relativ ähnlich und doch scheuen wir uns davor sie mit dem Partner zu teilen.

Letztens hat sich eine Teilnehmerin bei uns bedankt, dass unser Tantrakurs ihr Leben verändert hat… allein aufgrund der Tatsache, dass sie und ihr Partner in einer der Übungen endlich den Mut aufgebracht haben ihre Fantasien miteinander zu teilen und beide „Swinger Club“ auf ihrer Liste stehen hatten, was sie sich in 10 Jahren Beziehung nicht getraut haben anzusprechen. 

In diesem Fall haben sie sich diese Fantasie tatsächlich erfüllt, was ihre Lust wieder neu entfacht hat und mehr Leidenschaft in die gemeinsame Sexualität gebracht hat.

Das bedeutet nicht, dass alle Fantasien unbedingt ausgelebt werden sollten.

Allerdings sind wir der Meinung, dass es durchaus hilfreich sein kann offen darüber zu sprechen.

Was wäre denn ein guter Umgang mit Fantasien in der Partnerschaft?

1. Sexuelle Fantasien offen teilen

Wie wir in unserem Artikel über Scham schon erklärt haben, führt Geheimhaltung, Schweigen und Verurteilung nur dazu, dass die Scham immer größer wird und uns von anderen trennt.

Wahre Verbindung (vor allem auch in der Partnerschaft) entsteht dagegen durch den Mut uns verletzlich zu zeigen, offen zu teilen und uns in Mitgefühl zu üben – gegenüber uns selbst und dem Partner.

Das Gleiche gilt für sexuelle Fantasien.

Ich bin davon überzeugt, dass viele Menschen nur deshalb fremdgehen, weil die Scham zu groß ist die eigenen Fantasien, sexuellen Vorlieben und Wünsche in der eigenen Partnerschaft zu kommunizieren – geschweige denn auszuleben.

Erst wenn ich den Mut habe ehrlich zu teilen, was mich bewegt, dann kann Verbindung entstehen – und vielleicht hat mein Partner ja sogar Lust gemeinsam in diese Richtung zu forschen…

Manchmal kann es auch die Lust von beiden entfachen, wenn ihr beide eine sexuelle Fantasie aufschreibt und sie Euch gegenseitig vorlest und dann überlegt, was ihr davon umsetzen möchtet…

2. Einen sicheren Rahmen schaffen

Das Teilen ist natürlich nur möglich, wenn ich mich in der Beziehung sicher fühle. 

Sicherheit ist das A und O, um offene Kommunikation in der Partnerschaft zu ermöglichen. 

Wenn einer von beiden schon öfter erfahren hat, dass Offenheit immer nur zu Streit, Anschuldigung, Wut, Verletzung oder Rückzug führt, wird er oder sie natürlich auch dazu lernen und sich in Zukunft lieber nicht mehr mitteilen. 

Das führt allerdings langfristig zu immer mehr Distanz und irgendwann leben beide nur noch in ihren eigenen Welten nebeneinander her.

Natürlich ist es nicht immer leicht, diese Sicherheit füreinander zu schaffen.

Natürlich bin auch ich oft getriggert, wenn Damian mir offenbart, dass er eine Frau getroffen hat, die er super attraktiv findet.

Natürlich geht es auch nicht darum, die eigenen Emotionen zu unterdrücken.

Aber ich kann mich immer wieder bemühen, das von meinem Partner zu entkoppeln.

Mein Partner hat Wünsche, Bedürfnisse und Fantasien… und ich kann mich bemühen, diese zu hören und zu akzeptieren – ohne sie erfüllen zu müssen.

Und ich habe Ängste, Unsicherheiten und alte Verletzungen, die dadurch getriggert werden. Auch diese wollen gehört und gesehen werden, um heilen zu können. 

Viele Menschen wollen die eigene Angst und alten Schmerz nicht fühlen, und entscheiden sich deshalb dafür die darüber liegende Wut gegen den Partner zu entladen.

Die Lösung liegt meistens darin, sich seine eigenen Themen ehrlich anzusehen.

Emotionen wirklich zu fühlen.

Die Angst und Trauer hinter der Wut zu erkennen.
Und sich damit zu zeigen.

Wenn mein Partner also offenbart, dass er oder sie sich Sex mit einer anderen Person wünscht, muss ich natürlich nicht „Juhu“ schreien oder so tun, als würde mir das nichts ausmachen.

Ich muss ihn aber auch nicht anbrüllen, wie er nur so denken kann, ihn verurteilen, ablehnen und all meinen Frust aus der Kindheit oder vergangenen Beziehungen gegen ihn oder sie entladen.

Ein gesunder Umgang wäre, erstmal zuzuhören, vielleicht zu hinterfragen warum das so ist und den Partner zu verstehen.

Dann mit mir selbst einchecken und wahrnehmen, was da gerade alles an starken Emotionen in mir brodelt. Ja, da mag Wut sein. Aber was liegt hinter der Wut? Was sind da für Ängste? Was liegt da für Schmerz?

Wenn es mir gelingt statt der Wut über meine eigenen Ängste zu sprechen.

Die Angst nicht gut genug zu sein.

Die Angst verlassen zu werden.

Dann kann wieder Verbindung entstehen und dann kann auch mein Partner mich hören und verstehen.

3. Gemeinsam überlegen, was ihr umsetzen möchtet

Wichtig ist, dass dieser Punkt erst ganz zum Schluss kommt. 

Erstmal geht es nur darum einander zu hören und zu verstehen.

Zu akzeptieren, dass mein Partner gewisse Fantasien hat, heißt noch lange nicht, dass ich irgendetwas davon umsetzen muss.

Oft ist das auch gar nicht das Ziel.

Viele Menschen haben Fantasien von einem Dreier oder Gruppensex, aber nur wenige wollen das wirklich erleben.

Aber wenn bei einem von beiden tatsächlich der Wunsch besteht, die Fantasie in die Realität umzusetzen, dann geht es im letzten Schritt darum, zu forschen welches Bedürfnis eigentlich hinter der Fantasie liegt und wie sich dieses Bedürfnis in einer Art und Weise erfüllen lasst, die sich für beide stimmig anfühlt.

Dabei ist es auch wichtig nochmal zwischen Bedürfnis und Wunsch zu unterscheiden.

Sex mit einer anderen Person, ein Dreier, gefesselt und dominiert werden, Sex im Whirlpool etc. – all das sind Fantasien bzw. Wünsche.

Das Bedürfnis, das ich mir dadurch zu erfüllen erhoffe, können Dinge sein wie Abwechslung, Abenteuer, Wertschätzung, Anerkennung, Hingabe, Freiheit, Lebendigkeit etc.

Das tolle an Bedürfnissen ist, dass es immer mehrere Wege gibt dieses Bedürfnis zu erfüllen.

Vielleicht will ich – wenn ich ehrlich zu mir bin – nur deswegen mit meinem Kollegen schlafen, weil die Sexualität in der eigenen Beziehung eintönig und zur Routine geworden ist. Und ich mir dadurch wieder mehr Abwechslung, Abenteuer und Lebendigkeit erhoffe.

Wenn ihr gemeinsam herausgefunden habt, um welche Bedürfnisse es wirklich geht, dann könnt ihr Euch überlegen, ob Sex mit dem Kollegen tatsächlich die sinnvollste Lösung ist, oder ob ihr nicht lieber daran arbeiten wollt, die Leidenschaft in der eigenen Sexualität wieder neu zu entfachen.

Und manchmal habt ihr vielleicht sogar ähnliche Fantasien und wollt diese auch gemeinsam erforschen. Wunderbar!

Doch auch in dem Fall, kann es – je nach Fantasie – sinnvoll sein, die Sache erstmal langsam angehen zu lassen und sich Stück für Stück heran zu tasten. 

Wenn es um Dominanzspielchen geht, reicht es vielleicht erstmal den Partner mit 2 Schals ans Bett zu fesseln und zu sehen, wie es Euch beiden damit geht, bevor ihr Handschellen oder eine Peitsche besorgt und dann feststellt, dass es sich in der Fantasie irgendwie reizvoller dargestellt hat als in der Realität…

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4. Eigene Haltung immer wieder überprüfen

Das wichtigste bei allem was ihr tut, ist Bewusstsein, Achtsamkeit und eine Haltung der Liebe. 

Ich bin der Meinung, dass alles erlaubt ist, was beiden Parteien Spaß macht und bewusst aus der Liebe heraus geschieht. 

Ich kann den Partner dominieren, weil ich weiß, dass er oder sie das genießt, sich dadurch besser hingeben kann oder intensive Reize die Lust erhöhen.

Dann spricht nichts dagegen das zu tun.

Aber wenn ich merke, dass dabei ein Teil von mir aktiv wird, der die Macht genießt und weiter gehen will, als meinem Partner gut tut… wenn ich merke, dass ich plötzlich nicht mehr aus der Liebe, sondern aus dem Ego heraus handle, dann ist das für die Beziehung nicht mehr förderlich und sollte sofort abgebrochen werden.

Dafür braucht es natürlich viel Achtsamkeit und Bewusstsein für die eigene Motivation und auch für die Reaktionen des Partners. 

Deshalb ist es so wichtig, am Anfang immer wieder miteinander in Kontakt zu gehen, zu teilen, wie es Euch mit dieser neuen Erfahrung geht und auch die Bereitschaft zu haben das Experiment abzubrechen, wenn es einem von Euch nicht gut tut.

Alkohol oder Drogen sind in dem Fall ein absolutes No Go, weil dadurch das Bewusstsein fehlt und die eigenen Grenzen oder die des Partners viel zu leicht überschritten werden.

 

Zusammenfassend lässt sich also sagen:

Jeder hat sexuelle Fantasien und das ist nichts, wofür man sich schämen muss.

Es kann viel Verbindung in der Partnerschaft schaffen, wenn ihr diese Fantasien miteinander teilt und erforscht, welches Bedürfnis eigentlich dahinter steckt.

Oft reicht es schon offen über Fantasien zu sprechen ohne irgendetwas davon umsetzen zu müssen.

Wenn ihr Lust habt eine Fantasie oder ein dahinter liegendes Bedürfnis zu erfüllen, dann ist es ratsam sich ganz langsam und achtsam daran zu tasten und immer wieder zu teilen, wie es Euch damit geht.

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