Wie überzeuge ich meinen Partner von einem Tantrakurs?

Wie überzeuge ich meinen Partner von einem Tantrakurs?

Wer kennt es nicht? Dieses Gefühl der Neugier und der Vorfreude, wenn wir etwas Neues entdecken und es unbedingt mit unserem Partner* teilen und ausprobieren wollen. 

(*wenn wir von Partner sprechen meinen wir immer auch Partnerin)

Wenn wir aber in einer langjährigen Beziehung sind, passiert es oft, das der Partner nicht begeistert davon ist, oder bei ihm sogar alle Alarmglocken angehen. 

Wie sollen wir mit so einer Situation umgehen? 

Soll ich meinen Partner dazu pushen mitzumachen, weil ich weiß, dass es gut für uns beide ist? 

In meiner Erfahrung ist diese Strategie nie ein guter Impuls, denn wenn mein Partner selbst nicht davon überzeugt ist und nicht die freie Wahl hatte, wird er (gerade bei einem so sensiblen Thema wie Tantra) wahrscheinlich auch Widerstände haben sich ganz darauf einzulassen.

Doch um was geht es wirklich, wenn mein Partner Widerstände gegen so einen Kurs hat? 

Wie so oft gibt es keine allgemein gültig Antwort. Was aber in so einer Situation immer helfen kann, ist Empathie. Für sich selbst und für den Partner. Dabei hilft es, offen zu kommunizieren, wirklich verstehen wollen und viel Geduld zu haben. 

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns alle anstrengen, die beste Version von uns zu sein. Nur leider tragen wir oft noch alte Wunden und Schmerz mit uns, die uns daran hindern, frei zu sein und aus Liebe zu handeln. 

Es ist ratsam, zu versuchen, gemeinsam eine Lösung für die Herausforderungen zu suchen. Wenn wir an einem Strang ziehen und gemeinsam daran arbeiten, die Partnerschaft jeden Tag ein bisschen besser zu machen, werden wir auch irgendwann zu unserer Traumpartnerschaft kommen. 

Wir wollen uns nun die verschiedenen Gründe anschauen und was wir sagen / machen können. 

1. Angst ein/e schlechte/r Liebhaber/in zu sein

Als mich Meli zum ersten Mal gefragt hat, ob ich ein Tantra Seminar mit ihr machen möchte, haben auch bei mir alle Alarmglocken geläutet. „Oh mein Gott, sie ist unzufrieden mit unseren Sexleben! Performe ich nicht gut genug? Wird sie mich verlassen wenn ich nicht mitmache?…“ Dem Kopfkino sind da keine Grenzen gesetzt. 

Ich habe ich mich damals entschieden mich darauf einzulassen. Ich muss jedoch zugeben, dass dies auch teilweise aus Angst passiert ist. 

Wenn ich heute auf die Situation schaue, sehe ich andere Möglichkeiten wie Meli es mir leichter hätte machen können:

  • Als Erstes kann der Partner sagen, was alles schon richtig gut ist, also bestärkendes und positives Feedback geben. Das kann zum Beispiel so aussehen: „Ich genieße beim Liebesspiel mit Dir Deine sanfte Art, wie Du mich streichelst und wie Du in deiner Kraft bist.“ Hier geht es darum, spezifisch und ehrlich zu sein. 
  • Eine weitere Möglichkeit ist es, Deine Liebe zu Deinem Partner zum Ausdruck bringen. Die Dankbarkeit für die Beziehung und dass Dein Partner in Deinem Leben ist. Das Gefühl zum Ausdruck bringen, welches Du für Deinen Partner empfindest. Wenn der Partner sich vollkommen geliebt und wertgeschätzt fühlt so wie er ist, dann kannst du das Thema ansprechen.
  • Manchmal kann es auch helfen Deine eigene Motivation und Deine Herausforderungen zu teilen. Ich glaube, dass die meisten sehr schnell bereit sind, den Partner zu unterstützen und zu helfen, wenn sie sich dadurch nicht angegriffen fühlen. Indem wir uns als Erstes verletzlich zeigen und schildern, was uns in der eigenen Sexualität selbst schwer fällt, kann der Partner als Helfer dienen und uns in unserer Heilung unterstützen. 
  • Und grundsätzlich ist es immer eine gute Idee, die Neugier des Partners zu wecken. Statt über Probleme zu sprechen, lieber eine Vision aufzeigen, was noch alles möglich ist. Es gibt im Thema Partnerschaft und Sexualität so viel zu entdecken. Es gibt unentdeckte Höhen zu erleben, unglaublich viele Sachen auszuprobieren. Diese zu erwecken hat etwas Spielerisches und ermöglicht einen leichten Umgang mit dem Thema. 

2. Angst sich zu zeigen, zu öffnen oder auch um Unterstützung zu bitten

Es ist wichtig zu sehen und anzuerkennen, dass Sexualität einfach ein sehr sensibles Thema ist. Für die meisten Menschen ist es mit viel Scham verbunden, da es in der Gesellschaft nach wie vor sehr tabuisiert wird. Daher ist es wichtig, zu sehen, wie unangenehm es für den Partner sein kann, offen darüber zu sprechen.

Wenn wir uns anschauen, wie wir sozialisiert worden sind, ist es nicht schwer zu verstehen warum es insbesondere Männern schwerfällt sich bei dem Thema Unterstützung zu holen. Ich als Mann habe gelernt, meine Probleme nur für mich allein zu lösen. Wenn jemand mir helfen wollte, sah ich es oft als eine Schwäche und als ein Versagen meinerseits. 

Tips für den Umgang damit:

  • Als Erstes ist es wichtig, diese Angst anzuerkennen. Manchmal hilft es bereits, sie einfach zu akzeptieren und bewusst anzuschauen, damit sie nicht mehr so groß erscheint.
  • Manchmal kann es auch helfen, gemeinsam zu forschen, wo die Angst ursprünglich her kommt. Oft sind es Erfahrungen und Sätze aus der Kindheit („stell Dich nicht so an“ „sei kein Mädchen“), die den Glaubenssatz geformt haben, stark sein und alles allein lösen zu müssen. Diese Schutzstrategie war in der Kindheit oft sicherlich hilfreich, aber für das jetzige Leben als Erwachsene gilt es zu hinterfragen, wann sie nach wie vor Sinn macht und in welchen Bereichen es vielleicht an der Zeit ist, diesen Glaubenssatz zu hinterfragen
  • Um die Hemmschwelle etwas zu senken, an einem Tantraseminar teilzunehmen, kann es auch hilfreich sein, erstmal einen anonymen Onlinekurs oder ein individuelles Paarcoaching zu machen. Hier besteht die Möglichkeit sich selbst auszuprobieren und zu sehen, ob man auch für sich bereits die gewünschten Ziele erreicht, ohne gleich ein Seminar mit anderen Menschen besuchen zu müssen. 

3. Widerstand sich die eigenen Themen anzuschauen

Sexualität ist ein Bereich, in dem wir uns wortwörtlich nackt zeigen. Daher kann die Tantrapraxis durchaus viele Themen, Emotionen und alte Traumata zum Vorschein bringen. Es erfordert Mut, sich all dies bewusst anzuschauen. Aus meiner Erfahrung ist das Thema Emotionen in unserer Gesellschaft ein schwieriges. Wir haben gelernt, in unserem Alltag zu funktionieren. Daher unterdrücken wir viele Emotionen und unterteilen sie in „gute“ und „schlechte“ Emotionen. Entsprechend ist es klar, dass zum Beispiel bei dem Thema Angst und Scham nicht jeder „juhu“ schreit. 

  • Wenn dies der Fall ist, ist es wichtig zu verstehen, warum es sich lohnt, in die dunklen Ecken seiner Selbst zu schauen. Unsere unterdrückten Emotionen binden unglaublich viel Energie. Wir können sie uns wie einen aufgepumpten Luftballon vorstellen, den wir versuchen unter Wasser zu halten. Wir müssen permanent Energie aufwenden um ihn unter Wasser zu halten. Wenn wir diese Emotionen aber in uns fließen lassen, werden wir freier, selbstbestimmter und haben mehr Energie für andere Lebensbereiche zur Verfügung. Das Auflösen von Themen in der Partnerschaft und in der Sexualität verbessert maßgeblich unser Wohlbefinden und unser Leben. Dadurch können wir ein ganz anderes Level an Zufriedenheit erleben. Wir können weniger aus der Angst leben, sondern unser Leben mit mehr Energie, Freiheit, Verbindung und Liebe gestalten. 
  • Wenn Dein Partner traumatische sexuelle Erfahrungen gemacht hat, starke Emotionen hochkommen oder einer von Euch Angst hat, mit den Themen die hochkommen nicht umgehen zu können, würden wir Euch empfehlen entweder einen von uns begleiteten Kurs zu machen oder Euch parallel therapeutische Unterstützung zu suchen.

4. Der Partner sieht den Nutzen nicht

Ich erinnere mich noch daran, wie ich als Junge gelernt habe, wie Sex funktioniert. Das meiste habe ich aus Pornos gelernt. Ich hatte absolut keine Ahnung davon, wie Sexualität noch aussehen könnte. Zu Beginn meiner Partnerschaft mit Meli hatte ich die Vorstellung, dass ich im Bett toll performen muss und dass ich dann eine erfüllte Sexualität haben werde. Doch dann kamen auch Herausforderungen und Probleme in diesem Bereich… keine Lust, fehlende Inspiration, Erwartungsdruck und Fokus auf den Orgasmus (bei mir: ja nicht zu früh kommen, bei Meli: unbedingt kommen müssen). Wir hatten auch nie wirklich besprochen was unsere Vision für unsere Sexualität ist, wie wir uns in diesem Bereich entwickeln wollen. Wir hatten ein Standardprogramm, was wir immer wieder abgespielt haben. Es war „ganz gut“, aber nicht wirklich erfüllend.

  • Tantra hat uns in diesem Bereich ganz neue Welten eröffnet, von denen wir keine Ahnung hatten, dass sie existieren. Wir haben gelernt, über Sexualität auf natürliche Weise zu sprechen und haben eine Landkarte mit unendlich vielen Möglichkeiten sich auszuprobieren, bekommen. Wir haben gelernt, eine tiefe Verbindung zueinander zu schaffen, Sexualität als einen Akt der Liebe zu sehen, mit spielerischer Freude und Leichtigkeit zu erforschen, unsere Partnerschaft zu zelebrieren und Ekstase zu erleben. Wenn Du noch mehr darüber erfahren möchtest, was Tantra alles bewirken kann, könnt ihr gerne an unserem Tantra Schnupperabend teilnehmen 😉
  • Letzten Endes geht es aber nicht darum, was wir erlebt haben, sondern was ihr Euch wünscht. Eine gute Möglichkeit ist es, einmal offen darüber zu sprechen, was da in jedem von Euch noch für Sehnsüchte schlummern. Was wäre Euer absolutes Ideal von Sexualität? Wenn ihr das bereits erreicht habt, dann bringt der Tantrakurs vielleicht wirklich keinen Nutzen mehr, aber wenn nicht, bin ich mir sicher, dass Tantra auch Euch helfen kann, Eurem Ideal ein Stück näher zu kommen.

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